Die Weiße Göttin: Meerschaumpfeifen
Unter Kennern wird sie ehrfürchtig die „Weiße Göttin“ genannt: Die Meerschaumpfeife. Lange bevor das heute übliche Bruyère-Holz den Markt eroberte, galt Meerschaum als das Nonplusultra für anspruchsvolle Genießer. Doch was macht dieses Material so besonders?
Herkunft und Mythos
Entgegen der Vermutung stammt Meerschaum nicht aus dem Ozean. Es handelt sich um Sepiolith, ein seltenes Magnesiumsilikat, das mühsam in bis zu 80 Metern Tiefe unter dem anatolischen Boden der Türkei abgebaut wird. Seit 1961 besteht ein Exportverbot für das Rohmaterial, weshalb echte Blockmeerschaumpfeifen heute fast ausschließlich in der Türkei von Hand gefertigt werden.
Die unschlagbaren Vorteile:
- Geschmacksneutralität: Meerschaum verfälscht das Aroma des Tabaks nicht – perfekt, um neue Mischungen zu testen.
- Kein Einrauchen: Im Gegensatz zu Holzpfeifen ist Meerschaum sofort startklar.
- Feuerfest: Ein Durchbrennen des Kopfes ist physikalisch unmöglich.
- Natürlicher Filter: Die enorme Porosität absorbiert Feuchtigkeit und Kondensate wie ein Schwamm.
Der magische Farbwechsel
Das wohl faszinierendste Merkmal ist die Metamorphose: Durch das Rauchen wandelt sich das strahlende Weiß über Jahre hinweg in einen edlen Bernstein- oder Goldton. Dies geschieht durch die Aufnahme von Tabaksäften in Verbindung mit der schützenden Wachsschicht der Oberfläche.